Dienstag, 6. Dezember 2016

Kleine Nikolausüberraschung: Ein Winterset für Puppen

Der Nikolaus war da und hat euch ein neues Puppenschnittmuster Freebook hier gelassen ...

In Zusammenarbeit mit Sandra von Sandstern ist ein Winterset für Puppen entstanden, bestehend aus Mütze, Halstuch und Handschuhen.

Vor ein paar Wochen zeigte mir Sandra eine Zeichnung und ein paar genähte Beispiele von einer Baby Born Mütze und einem kleinen Halstuch. Als sie mich fragte, ob ich daraus nicht ein Freebook machen wollte, konnte ich natürlich nicht widerstehen.

Schnell habe ich den Schnitt digitalisiert, noch etwas angepasst und für alle Puppengrößen gradiert. Dann kam mir die Idee, doch noch Puppen-Handschuhe mit hineinzunehmen, damit das Winterset auch wirklich komplett ist. Und ich muss gestehen, ich mag die kleinen Minifäustlinge wirklich sehr gern ...

Schnell wurde ein Probenähen organisiert und ich habe mich drangesetzt, die Anleitung für euch zu schreiben, damit alles bis Nikolaus fertig ist. Und es hat tatsächlich geklappt! Den fleißigen Probenäherinnen sei dank. Die haben wirklich grandiose Arbeit geleistet und sich trotz stressiger Vorweihnachtszeit mächtig ins Zeug gelegt.




Die Schnittmuster sind wieder für alle Puppen von 25 bis 50 cm und wurde für verschiedene Puppen getestet: Baby Born, My little Baby Born, My first Baby Annabell, Corolle, Krümel, Krümelchen, Habapuppen, Waldorfpuppen, Stehpuppe Hannah von Götz sowie weitere Hart- und Weichkörperpuppen.

Hier könnt ihr Schnitt und Anleitung herunterladen:

Download Dropbox

Schnittmuster Winterset
Anleitung Winterset

Download OneDrive

Schnittmuster Winterset
Anleitung Winterset


Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nähen!

Verlinkt bei: Kostenlose Schnittmuster, Kiddikram

Freitag, 2. Dezember 2016

Zirkuskunst

Hatte ich das schon mal erwähnt? Ich habe vier ganz tolle Nichten – und drei tolle Neffen.

Heute geht es mal wieder um eine meiner tollen Nichten, nämlich um die große Schwester des "Bikini-Models", das ihr hier im Juli bewundern durftet.

Sie macht etwas (wie ich finde) wirklich sehr beeindruckendes: Sie geht seit einigen Jahren zur Zirkusschule in Santiago de Compostela – circonove heißt diese Zirkusschule – und lernt dort jede Menge grandiose Sachen.


Vor etwa einem Jahr war ich dann mit meiner Schwester Stoff einkaufen, weil sich meine Nichte eine Art Schlafanzug-Overall wünschte für eine bestimmte Show. Die Kunststücke, die sie vorführt sind immer eingebunden in kleine Geschichten und da sollte es eben um Schlafen und Träumen gehen.

Sie wollte den Anzug gerne aus Nicky, weil ihr Trapez auch damit umwickelt ist und sie wollte ihn gerne mittig unterteilt in verschiedene Farben.

Nach sehr langem Suchen bin ich dann über das Schnittmuster von Handmade Kultur gestolptert, praktischerweise sogar ein Freebook. Quasi eine Art Puppenjumper in riesig, mit 43 Seiten Schnittmuster.

Das meiste habe ich genau nach Anleitung genäht. Nur den Reißverschluss habe ich nicht komplett um die Kapze laufen lassen, ich dachte das wäre vielleicht etwas komisch, außerdem hatte ich keinen so langen Reißverschluss.

Allerdings ist dadurch der Kapuzenausschnitt sehr riesig geworden, man würde den Reißverschluss sonst sicherlich höher ziehen.

Zum anderen habe ich den Schritt etwas höher gesetzt und dafür einen Zwickel eingenäht, damit bei der Akrobatik keine Nähte reißen.

Es war ganz praktisch, dass ich eine etwas ähnliche Größe und Figur habe wie meine Nichte, so konnte ich den Jumpsuit immer mal anprobieren um die Passform zu überprüfen. Ob der Overall die Trapezkünste mitmachen würde, konnte ich hingegen nicht ausprobieren, in dieser Richtung bin ich nämlich absolut unbagabt ...


Meine Nichte hatte dann noch den Wunsch, dass ich in Kapuze und Rückenteil einen Magneten einnähe, damit die Kapuze auf dem Rücken bleibt, wenn sie am Trapez ist. Aber das funktionierte leider nicht so gut, weil die Magneten zu schwach waren um sich durch den dicken Stoff hindurch ordentlich anzuziehen.

Letztendlich hat es ohne Magneten dann aber wohl doch nicht so sehr gestört. Wie man auf den Fotos erkennen kann, hatt wohl auch mit herumschwingender Kapuze alles geklappt.

Die Fotos vom Auftritt sind übrigens noch aus dem Sommer, nämlich vom diesjährigen Jahresabschluss des circonove zum Thema Träumen.


Meine Nähkunst verschwindet heute also hinter den Trapezkünsten meiner Nichte, aber wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, habe ich mich riesig über die Fotos vom Auftritt gefreut. Überhaupt hatte ich mich schon sehr darüber gefreut, dass ich die Ehre hatte, ihr etwas für ihre Auftritte zu nähen.

Also geht es mal wieder zum Freutag und auch zu den kostenlosen Schnittmustern!

Ich wünsche euch ein wunderschönes 2. Adventswochenende!

Eure Kristina

Schnitt: Jumpsuit von Handmadekultur (Freebook)
Stoff: Nicky aus einem Stoffladen vor Ort

Dienstag, 22. November 2016

Selbstbedruckt

Ooh, ich hab da noch was, was ich euch schon seit langem zeigen wollte ... schon vor gefühlten Ewigkeiten habe ich nämlich diese (meine dritte) himmlische Vani von Himmelblau genäht und zwar noch während des Probenähens, ganz kurz vor knapp ...


Diese Vani sollte eigentlich ganz anders werden, aus gestreiftem Strickstoff und dazu eine Leggins aus grauem Sommersweat, bedruckt mit ein paar Schmetterlingen ...

Aber als ich den Stoff dann bedruckt hatte, fand ich ihn irgendwie zu schade, um "nur" eine Leggins daraus zu nähen.

Ich kam nämlich (tatsächlich aufgrund eines Mangels an bedruckten Sweatstoffen in meinem Regal) mal wieder auf die Idee, Stoff zu bedrucken, ähnlich wie bei diesem Kleid im letzten Jahr.

Diesmal habe ich Ausstechförmchen zur Hilfe genommen. Diese wurden einfach eingepinselt und auf den Stoff gedrückt. Das geht echt super.

Allerdings war die Auswahl an Motiven etwas mau. Außer Sternen und Herzchen in diversen Größen gab die Küchenschublade nicht viel her. Also wurden es (wenig winterliche) Schmetterlinge. Ein paar Punkte und ein bisschen Glitzer – schon war mein Stoffdesign fertig. Das anschließende Bügeln dauerte wohl länger als das Bedrucken.

Auf jeden Fall fand ich den fertig bedruckten Stoff dann eben doch nicht so passend für eine Leggins.


Also legte ich die (teilweise schon zugeschnittene Vani) beiseite und machte mich daran, den bedruckten Stoff als Vani zuzuschneiden. Als einziges Problem entpuppte sich die doch recht geringe Dehnbarkeit (das wäre bei der Leggins aber wohl genauso problematisch gewesen).


Bei der Vani stört das ein wenig beim Halsausschnitt – allerdings auch nur, weil ich kein wirklich passendes Bündchen da hatte und deshalb auch als Bündchenstoff diesen wenig dehnbaren Sweat verwendet habe (keine gute Idee).


Wenn der Kopf locker durch gehen würde, wäre der Halsausschnitt viel zu weit. ich habe dann eine Zwischenlösung gewählt. Der Halsausschnitt ist minimal weiter, der Kopf geht so gerade eben durch und damit der Sweat schön anliegt, habe ich ein Gummiband in das Bündchen eingezogen.


Ansonsten gefällt mir diese schlichte Vani aber richtig gut. Auch wenn ich sonst eher selten grau-schwarz-weiß für die Tochter nähe. Diese Version ist die Tunikalänge in Vokuhila mit Bauchtasche.


Übrigens ist die Tochter hier komplett in Himmelblauschnitte gekleidet. Die Leggins (von der man zugegebenermaßen nicht allzuviel erkennen kann) ist nämlich eine himmlische Luise, die ich der Tochter aus einem alten Strickpulli vergangenen Februar für Karneval genäht hatte (da war sie eine Katze).

Das Stirnband ist ein himmlisches Knotenhaarband.


Erstaunlicherweise mag meine Tochter seit einiger Zeit Haarbänder richtig gern. Ich weiß nicht, wie es zu diesem Sinneswandel kam, aber mittlerweile bastelt sie sich sogar selber welche aus herumliegenden Stoffen (vorzugsweise Glitzertüll – den hab ich allerdings geerbt, nicht gekauft ;-) ).


Die Fotos haben wir tatsächlich mal bei Kunstlicht gemacht. Das versuche ich sonst absolut zu vermeiden. Aber das Outfit war erst am späten Nachmittag vor der Deadline für die Fotos entstanden und da war das Tageslicht schon so gut wie verschwunden. Auf dem allerersten Foto gab es noch ein wenig Licht von draußen, danach wurd es immer weniger ...

Am nächsten Morgen hatte dann die Tochter zufälligerweise wieder die gleiche Kombi an (nur mit rosafarbenem Body drunter und rosa Strumpfhose statt nackigen Füßen).

Da Stuhl und Bettdecke immer noch am Platz vom Vorabend standen hab ich dan spaßeshalber noch ein paar Fotos geschossen.


Erst dachte ich, so viel besser seien die auch nicht geworden,


aber man kann den Unterschied zum Kunstlicht schon erkennen, oder?

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche!

Eure
Kristina

Schnitt: Himmlische Vani (gerade im Angebot), Himmlisches Knotenhaarband (Freebook), himmlische Beinchen-Luise
Stoff: graumelierter Sommersweat aus einem Stoffgeschäft vor Ort, Upcycling Strick, Bio-Jersey schwarzweiße Streifen von Stoffonkel 
Verlinkt bei: Creadienstag, HOT, Kiddikram, Kostenlose Schnittmuster

Mittwoch, 16. November 2016

Der Puppenjumper 2.0

Endlich ist er da, der Puppenjumper 2.0!

Download über Google Drive:

Schnittmuster

Anleitung 

Download über Dropbox:

Schnittmuster

Anleitung  

Download über OneDrive:

Schnittmuster

Anleitung  


Und wenn auch darüber der Download nicht funktioniert, ja dann hilft nur noch Geduld ;-)


Das neue Freebook für Puppen von 25 bis 50 cm beinhaltet Schnittmuster und Nähanleitung für:

– Overall: Outdooranzug, Jumpsuit, Kurzärmeliger Spieler, Schlafanzug

– Pullover: Pulli, Hoodie oder Pullunder

– Jacke: Jacke, Cardigan, Weste, Mantel

– Kleid: Einfaches Kleid in A-Linienform, Kleid mit Kellerfalte, Kleid mit gekräuseltem Rockteil

– Schlafsack: Klassischer Schlafsack ohne Ärmel, Schlafsack mit Ärmeln

Alle Varianten werden entweder mit Knopfleiste, Klett- oder Reißverschlussgenäht und lassen sich so auch von jungen Pupenmamas und -papas leicht an- und ausziehen.

Ebenso lassen sich alle Varianten wahlweise mit Zipfelkapuze, runder Kapuze oder ganz ohne Kapuze nähen.

Im Probenähen wurde die Kleidung getestet für Baby Born und My little Baby Born, Baby Annabell und My first Baby Annabell, Krümel und Krümelchen von Jako-o, Rubens Barn, Antonio Juan, Götz Cookie, Götz Mini Muffin und Götz Maxy Muffin, Stehpuppe Hannah, Haba Puppen, Waldorfpuppen und viele mehr ...


Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachnähen und Zusammenstellen deiner eigenen Puppenkreationen!


Ein riesengroßes Dankeschön gilt meinen fleißigen Probenäherinnen!

Hier findest du zahlreiche Designbeispiele.


Eure Kristina

Verlinkt bei: Kiddikram, Kostenlose Schnittmuster



Dienstag, 15. November 2016

Morgen ist es soweit!

Morgen wird endlich das neue Freebook für den Puppenjumper 2.0 online gehen. Lange genug hat es gedauert und doch muss ich vieles noch auf den letzten Drücker erledigen. Hier noch ein wenig an der Anleitung feilen, dort noch eben die Fotos aus dem Probenähen hinzufügen, hier nochmal eine Linie im Schnitt korrigieren.

Was nach lauter kleinen Kleinigkeiten aussieht, dauert dann doch oft ziemlich lange ... irgendwie bin ich aber auch ein Mensch, der immer erst so richtig loslegt, wenn die Deadline ganz nahe rückt, das war schon in der Schule bei meiner Facharbeit so und im Studium war es bei Hausarbeiten, Diplom- und Masterarbeit auch nicht anders ... nun ja. Der Trend setzt sich fort, und egal wie viel Zeit ich mir einräume, ich beginne immer erst kurz vor knapp. Und wenn es gar keine Deadline gibt, beginne ich einfach gar nicht. 

Aber nun gibt es ja eine Deadline – und zwar morgen!

Und deshalb zeig ich euch schon mal, was es beim neuen Schnitt alles so Neues geben wird. Am besten seht ihr das in dieser Zeichnung, ich denke, da wird alles klar, oder?

Aus dem reinen Overall-Schnitt ist quasi eine gesamte Kollektion geworden.

Und es gibt noch viel, viel mehr mögliche Kombinationsmöglichkeiten. Der Puppenjumper ist so ein richtiger Puzzleschnitt geworden.

Für die Anleitung habe ich auch noch einen Pulli mit Bauchtasche genäht. Erinnert ihr euch noch an das Outfit meiner Tochter mit dieser Stoffkombi?


Die Bauchtasche ist wirklich ganz leicht zu nähen, sogar in den kleinsten Größen.


Nun lasse ich euch also einfach noch ein paar Bilder da, und schreib schnell weiter an der Anleitung ...


Eure
Kristina

Schnitt: Freebook Puppenjumper 2.0, Veröffentlichung am 15. November
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Donnerstag, 10. November 2016

Blogtour: Kleidung nähen ohne Schnittmuster

Wahrscheinlich habt ihr schon mitbekommen, dass Steffi von Herzekleid ein ganz tolles Nähbuch geschrieben hat? Kleidung nähen ohne Schnittmuster heißt es und ist Mitte Oktober im EMF Verlag erschienen.

Noch vor der Veröffentlichung fragte mich Steffi von Herzekleid, ob ich nicht Lust hätte, aus dem Buch – im Rahmen einer kleinen Blogtour – ein Designbeispiel zu nähen. Als sie mich fragte, hatte ich gerade vorher auf ihrem Blog die Buchvorankündigung gelesen und war schon sehr gespannt.

Und natürlich hatte ich Lust dazu. Ich hatte mich riesig gefreut, dass Steffi mich gefragt hat und ich nun die Ehre habe mit ein paar anderen ganz tollen Bloggerinnen zusammen die kleine Blogtour zu gestalten.

Und einfach ohne Schnittmuster zu nähen, kam bei mir in letzter Zeit sowieso ein wenig zu kurz – dabei mache ich das eigentlich sehr gern.

Als das Buch dann bei mir ankam, war ich auch direkt ganz begeistert. Es ist unheimlich ansprechend gestaltet, sehr übersichtlich und die hübschen Fotos machen Lust, einfach sofort loszulegen (Ein paar mehr Einblicke ins Buch bekommt ihr übrigens hier).

Und so ist am letzten Wochenende dann auch direkt mein erstes Outfit nach den Anleitungen im Buch entstanden:

Bluse und Zipfeljacke.


Und ich sag es euch direkt: Ich liebe mein neues Outfit.

Nur schade, dass ich euch nur mittelmäßige Drinnenfotos bei schlechter Beleuchtung zeigen kann. Außerdem musste ich beim Bearbeiten der Fotos feststellen, dass ich mal wieder sehr gut darin war, auf möglichst vielen Fotos möglichst dämlich zu gucken ... Nun ja, beim nächsten Mal stelle ich mich dann doch lieber raus in den Schnee ... dann stimmt immerhin die Beleuchtung.


Aber nun zum Buch:

Insgesamt beinhaltet das Buch 16 verschiedene Schnittmodelle. Wie der Titel schon deutlich macht, gibt es aber keine Schnittmuster für die einzelnen Modelle, sondern Anleitungen zur eigenen Schnitterstellung. Steffi erklärt sehr verständlich, wie man entweder direkt auf dem Stoff oder auf Papier den eigenen Schnitt für das jeweilige Modell erstellt. Mit den Werten der eigenen Körpermaße und Zeichenmtteln wie Geodreieck und Lineal kann es also direkt losgehen.


Die Schnittmodelle sind wirklich geschickt konstruiert und zusammengestellt. Sie sind raffiniert und modern und trotzdem sehr einfach und schnell gezeichnet. Kompliziertere Zusammenhänge bei der Schnitterstellung, wie z.B. normale Armausschnitte und dazu passende Armkugeln werden durch überschnittene Ärmel oder Fledermausärmel ganz einfach umgangen.

Und praktischerweise sind ja überschnittene Ärmel gerade eh sehr angesagt. Auch bei normaler "Kaufkleidung" sehe ich das gerade sehr oft.

Ich hatte zuerst mit der Bluse begonnen und den Schnitt auf Papier vorgezeichnet. Da die Blümchen-Viskosewebware von Stoff und Stil zwar wunderbar weich, dafür aber auch ausgesprochen flutschig ist, konnte ich es mir nicht besonders gut vorstellen, das Schnittmuster direkt auf den Stoff zu zeichnen.

Außerdem hatte ich mir direkt gedacht, dass ich den Schnitt bestimmt noch einmal nähe und es von Vorteil wäre, wenn ich ihn auf Papier hätte.


Ich fand es auf jeden Fall mal sehr angenehm, keine 40 Seiten Schnittmuster drucken und zusammenkleben zu müssen.

Na gut, ein bisschen Kleben musste ich dann doch. Ich hatte nämlich gerade nur noch Din A4 Papier da. Aber trotzdem ging das Zeichnen fast schneller als sonst das Schnittmuster Kleben und Ausschneiden. Schritt für Schritt wird im Buch anhand von Zeichnugnen erklärt, wie man vorgehen muss.

Und nicht nur das Zeichnen war schnell erledigt, auch das Nähen ging richtig flott.

Wie auch im Buch empfohlen, habe ich dann während des Nähprozesses die Bluse immer mal wieder anprobiert um noch Änderungen vornehmen zu können. So habe ich z.B. die Ärmel noch weiter verschmälert und beschlossen, beim Vorderteil mittig eine Kellerfalte am Ausschnitt zu setzen.


Der Ausschnitt war mir nämlich erst etwas groß und vor allem weit geraten (ich hatte die empfohlene Ausschnittgröße sehr großzügig erweitert). Vielleicht hätte ich einfach den Rat im Buch befolgen sollen und mich beim Ausschnitt nach einem meiner Kleidungsstücke richten solllen.

Der Ausschnitt war tatsächlich so weit, dass er mir richtig über die Schultern rutschte.

Schulterfrei ist zwar auch schick, aber ich fand es jetzt für den Winter doch nicht so richtig praktisch. Also habe ich mit der Kellerfalte den Ausschnitt wieder etwas verschmälert.


Dadurch bilden sich jetzt unter den Achseln zwar ein paar Falten, aber das find ich nicht so schlimm.

Als ich den Ausschnitt dann eingefasst hatte, habe ich mich allerdings etwas über meine Änderungen geärgert, denn eingefasst wirkte der Ausschnitt direkt wieder viel kleiner und es wäre vielleicht auch ohne Kellerfalte ganz hübsch gewesen.


Vor allem wäre es schlau gewesen, die vordere Mitte für die Kellerfalte etwas zu begradigen, nun läuft es dort ein wenig spitz zu. Naja, das weiß ich dann fürs nächste Mal.

Ein weiterer Fehler von mir war, dass ich mein Hüftmaß ohne Jeans gemessen habe und dann trotzdem nur den vorgeschlagenen Minimalwert dazu addiert habe. Das war natürlich nicht richtig schlau, denn so passt die Bluse im Hüftbereich wirklich nur so gerade eben über die dicke Jeans.

Zum Glück sieht man das gar nicht so sehr, finde ich. Es ist einfach nur beim Anziehen etwas komisch, weil man es nicht gewohnt ist, dass Blusen im Hüftbereich so eng sind.


Die Bluse ist in meiner Version übrigens hinten länger als vorne. Man kann sie aber genauso gut mit geradem Saum nähen.


Überhaupt gibt es zu jedem Schnitt zahlreiche Vorschläge, wie man den Grundschnitt abwandeln und variieren kann. Das gefällt mir sehr gut, denn ich wandel eh immer sehr gerne Schnitte nach meinen eigenen Vorstellungen ab. Die Bluse kann man zum Beispiel auch mit Knopfleiste, Tropfenausschnitt oder anderen Extras nähen.

Den Saum wollte ich ursprünglich mit Beleg nähen. Aber dann hatte ich die Bluse doch eher etwas zu lang zugeschnitten und so habe ich es mir leicht gemacht und einfach den Saum zweimal knapp umgeschlagen und abgesteppt.

Insgesamt bin ich mit der Passform der Bluse für den ersten Nähversuch sehr zufrieden. Bei manch einem "richtigen" Schnittmuster, musste ich schon mehr anpassen als hier.


Und die Bluse war wirklich schnell genäht. Aber noch viel schneller war die Zipfeljacke fertig. Die Zipfeljacke besteht eigentlich nur aus Rechtecken und Trapezen. Einzig der Halsausschnitt ist leicht angedeutet.

Ich bin wirklich total begeistert davon, dass so ein simpler Schnitt so schön fällt.


Einzig mit dem Halsausschnitt hatte ich ein bisschen Probleme. Er wird irgendwie etwas zu den Seiten und nach hinten gezogen und wurde dadurch recht groß.


Daher habe ich hier dann anders als geplant einfach noch ein Bündchen angenäht, statt den Ausschnitt zu säumen.

Auch so geht die Jacke zwar nicht richtig bis in den Nacken und die Seiten rutschen ein wenig in Richtung Schultern aber optisch stört mich das nicht. Es wäre nur einfach noch ein wenig kuscheliger, wenn die Jacke etwas enger am Hals anliegen würde.

Meiner Begeisterung über die Jacke tut das allerdings keinen Abbruch. Man kann ja auch einen Schal tragen wenn es zu kalt wird im Nacken ...


Bei den anderen Kanten war ich dann mal so richtig faul. Die Ärmel habe ich noch gesäumt, aber der Rest ist einfach nur versäubert.


Ich hatte Overlockgarn da, das so unglaublich gut zu meinem altrosafarbenen Baumwollstrick von Staghorn passte. Da musste ich das einfach mal probieren.


Und ich finde es eigentlich ganz schick mit den offenen Kanten (auch wenn mein Mann fragte:
"Häh, die Jacke ist doch noch gar nicht fertig?".

Aber ich bin glücklich mit meiner neuen alltagstauglichen Herbstkombi, auch wenn noch nicht alles ganz perfekt geworden ist.

Und ich bin wirklich begeistert vom Buch. Es macht richtig süchtig und man möchte direkt den nächsten Schnitt ausprobieren. Ich habe auch schon was Neues in Planung. Und wenn ich es zeitlich schaffe, werde ich euch auch das noch im Rahmen der Blogtour zeigen können.

Eigentlich wollte ich als Alternative zu der Zipfeljacke auch noch einen schwarzen Sweatmantel nähen, aber der dafür eingeplante Stoff ist leider (bisher) nicht angekommen.


Und mein Fazit?

Also ich denke, für alle, die gerne experimentieren und vielleicht auch gar nicht so gerne nach Schnittmustern nähen, ist dieses Buch genau das Richtige. Und auch denjenigen, die vielleicht immer schon mal ohne Schnittmuster nähen wollten, sich das aber bisher nicht zugetraut haben, kann das Buch sicherlich weiterhelfen.

Das Buch ist übrigens auch durchaus für Anfänger geeignet. Alle einzelnen Nähschritte sowie die nötigen Grundlagentechniken werden im Buch ausführlich erklärt und anhand von Bildern erläutert.

Der einzige Nachteil gegenüber "richtigen" Schnittmustern ist vielleicht, dass man keine Angaben zum Stoffverbrauch hat und da schon ein wenig Erfahrung braucht, um zu wissen, wieviel Stoff man voraussichtlich für die jeweiligen Kleidungsstücke benötigt. Als Anfänger sollte man da den Stoff sicherlich eher großzügig einplanen. Auch ich hatte kurz Bedenken, ob ich die Bluse überhaupt mit den 1,2 m hinbekomme, aber es hat dann doch so gerade eben gepasst.

Und natürlich braucht man ein wenig Freude am Ausprobieren und Entdecken. Ich hatte vor dem Nähen der Bluse auch gar keine so richtige Vorstellung davon, wie meine Bluse am Ende wohl aussehen würde.

Aber ich finde, gerade das macht es auch so unglaublich spannend, oder?

Und es ist einfach toll, wenn man einen Schnitt einfach von Anfang an nach den eigenen Vorstellungen und Proportionen gestalten kann ohne einen bestehenden Schnitt kompliziert abändern zu müssen ...


Und ich freu mich jetzt auch schon auf den Frühling, denn die Sommermodelle aus dem Buch sind auch ein absoluter Traum! Davon muss ich unbedingt etwas nähen.

Bis Ende November könnt ihr aber erstmal noch weitere Wintermodelle aus dem Buch bestaunen, und zwar hier:



Eure
Kristina

Schnitt: Schnittvorlagen aus dem Buch Kleidung Nähen ohne Schnittmuster von Stefanie Brugger
Stoff: Gewebte Viskose von Stoff&Stil, Strick von Staghorn
Verlinkt bei: RUMS

Dienstag, 8. November 2016

Kuschelklamotten fürs Schmuddelwetter

Hier ist gerade so richtig ekliges Wetter ... es ist schon ziemlich kalt und furchtbar düster und nass.

Überhaupt find ich die Zeitumstellung alles andere als lustig. Die Winterzeit find ich vor allem mit Kindern wirklich sehr unpkraktisch. Dass es jetzt schon wieder so früh dunkel wird ... was soll man denn dann ab 17 Uhr noch den ganzen langen Abend machen? Und bei diesem regnerischen Wetter ist es eigentlich ja auch schon ab 16 Uhr fast dunkel. Und wenn es hier bei uns dunkel ist, dann ist es wirklich dunkel. Keine Straßenlaterne, nichts. Nach draußen kann man dann nur noch mit Taschenlampe oder Stirnleuchte – oder bei Vollmond.

Es wäre ja schön, wenn die Tochter auf die Idee käme, im Winter könne man auch mal früher schlafen gehen, aber nein, davon hält sie nichts.


Im Sommer kann man dann wenigstens bis zum Schlafengehen draußen sein, aber jetzt? Ich habe in der letzten Woche so viele Kinderbücher durchgelesen wie den ganzen Sommer nicht. Wir haben gepuzzelt, geknetet, gemalt, getanzt, gesungen ... puuuh ... irgendwie ist das ja auch ganz schön (nicht, dass ihr jetzt denkt, ich mache sowas nicht gerne), aber das ist alles so viel anstrengender als gemütlich im Sandkasten zu sitzen während die Tochter Kuchen backt, gemeinsam im Freibad zu plantschen, Fahrrad zu fahren oder die Schafe zu füttern. Ich bin halt doch ein Sommermensch.

Nun gut, ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen. Vielleicht müssen wir uns einfach angewöhnen, die Draußenaktivitäten auf den Vormittag zu verlegen, irgendwie sind wir gerade so nachmittagsaktiv und das passt einfach schlecht zu Wetter und Jahreszeit ...

Auf jeden Fall ist mir oft nach Bunt, wenn es draußen so Grau in Grau ist. Da passte es also gut, dass mir Natascha von Astrokatze nicht nur den anthrazitfarbenen Vintage Uni sondern auch den Bio-Sweat in Pflaume zugeschickt hat. Da konnte ich direkt mal wieder ein wenig Farbe in die Herbstgarderobe bringen.


Eigentlich ist Lila ja gar nicht so meine Lieblingsfarbe Nr. 1, aber der Farbton des Vintage Uni gefällt mir schon sehr. Und auch die dezenten Streifen, die fast gar keine Streifen sind, find ich toll.

Der Sweat nennt sich Sommersweat, ist aber ein eher dickerer Sommersweat und recht kuschelig, finde ich.


Genäht habe ich mal wieder meinen selbstgebastelten Schnitt, den ich schon hier genäht hatte. Diesmal war ich auch direkt ein bisschen zufriedener mit der Passform.

Und nun werde ich tatsächlich ganz bald – obwohl das ursprünglich überhaupt nicht geplant war – den Schnitt gradieren und dann kann wohl bald ein neues Probenähen losgehen (erst wird allerdings noch der Puppenjumper 2.0 veröffentlicht).


Der Loop-Schal war ursprünglich für das Katzenoutfit gedacht (deshalb auch die Katzen), aber dann fand ich den zu diesem Shirt auch ganz passend. Im Moment trägt die Tochter den Schal auch wirklich gerne wenn wir rausgehen (beim ersten Anprobieren war sie hingegen noch nicht gerade begeistert von dieser neuen Art Kleidungsstück).


Da es tatsächlich der erste Loop war, den ich genäht habe, hatte ich mir ein paar Anleitungen und Freebooks zu Kinderloops angeschaut, um in etwa die passenden Maße zu wissen. Letztendlich ist er aber doch etwas weit geworden. Den nächsten würde ich etwas kürzen.


Und seht ihr meinen Fehler beim Shirt? Ich habe es tatsächlich erst beim Bearbeiten der Fotos gemerkt ... der rosa Flying Blossom von der Tasche steht Kopf ... sowas ist mir auch noch nie passiert. Aber ich hoffe, es fällt nicht allzusehr auf.

So und nun wünsche ich euch eine schöne restliche Woche. Vielleicht wird es ja auch mal wieder sonniger, dann mag ich den Herbst auch wieder!

Eure
Kristina

Schnitt: Shirt eigener Schnitt, Loop aus verschiedenen Freebooks zusammengebastelt, z.B. von Nähfrosch, Mamahoch2
Stoff: Bio-Sommersweat Vintage Uni und andere Stoffe von Astrokatze
Verlinkt bei: Creadienstag, HOT, Kiddikram, Ich näh bio, bio:stoff