Samstag, 2. Juni 2018

Löwenzahn mal anders – Tutorial für ein Sommermaxikleid

* Mit Werbung aus Überzeugung*

Hier im Blog habe ich's noch gar nicht erzählt: Ich hatte das riesengroße Glück, für By Graziela die neue Jersey-Kollektion vernähen zu dürfen. Eines morgens flatterte eine Mail in mein Postfach, ob ich vielleicht Lust hätte, für meine Tochter etwas aus den Trekka Liebe + Kombistoffen zu nähen. Na, wer kann da schon nein sagen?



Trekka und die Lieblingsfarben meiner Tochter – da war klar, meine Tochter würde mich über alles lieben, wenn ich ihr aus solchen Stoffen ein Kleidchen nähe ... und so war es auch.


Die Tochter liebt gerade ihre neuen Trekka-Outfits (es sind nämlich gleich zwei Outfits entstanden) über alles und will am liebsten nichts anderes mehr tragen.


Dieses Kleid ist als zweites, also eher aus den Resten entstanden.


Es ist das allererste Maxikleid, das ich für die Tochter genäht habe.



Es geht nicht ganz bis zum Boden, nur soweit, dass man noch gut damit Spielen und Toben kann. Na gut, Fahrrad fahren ist damit vielleicht nicht so praktsich, aber einen Besuch auf dem Wasserspielplatz hat es recht trocken und unbeschaden überstanden, hihi.


Kombiniert habe ich die Stoffe von By Graziela noch mit gelber Wäschespitze und einem gelben Satinschleifchen von Namijda. Die Träger sind aus gelbem Jersey.


Genäht habe ich ein Löwenzahn-Trägerkleid mit abgewandeltem Rockteil. Im Prinzip bräuchte man dafür auch gar nicht unbedingt das Löwenzahn-Trägerkleid, die Löwenzahn Kuschelhose könnte man genauso abwandeln, da man das eigentliche Rockteil gar nicht benötigt. Damit du auch so ein Sommerkleid nähen kannst, habe ich ein kleines Tutorila geschrieben:


TUTORIAL SOMMER-MAXIKLEID

Auch andere (eher enganliegende) Shirt-, Top- oder Kleidschnitte (oder Jumpsuitschnitte) kann man als Ausgangsschnitt verwenden. Übrigens nicht nur für Kinder, das Prinzip wäre für Damen genau das Gleiche.

Als erstes trennt man also das Vorder- und Rückenteil vom gewünschten Schnittmuster je nach Größe 5 – 10 cm  unterhalb des Armausschnittes mit einem waagerechten Schnitt. 


Auf dem Bild seht ihr das Rückenteil, aber ihr müsst natürlich sowohl Vorder- als auch Rückenteil des gewählten Schnittes verwenden und auf gleicher Höhe kürzen.

Hier beim Löwenzahnträgerkleid kann man einfach die normale Trennlinie verwenden.

Ich habe das Oberteil dann sogar noch einen Zentimeter mehr gekürzt als im Schnitt vorgesehen, weil ich wollte, dass das Rockteil noch etwas höher ansetzt.


Dann kannst du das gekürzte Oberteil schon nach Anleitung zuschneiden und zusammennähen.


Dann geht es ans Zuschneiden der Streifen für das Rockteil. Am besten misst du erstmal am Kind, wie lang du das Kleid haben möchtest. Das Kleid meiner Tochter sollte bei Körpergröße 104 cm insgesamt ca. 65 cm lang werden.

Da das Oberteil schon 20 cm lang ist, muss das Rockteil also 45 cm lang werden.

Nun überlegst du dir, wie viele Streifen du aneinandernähen möchtest und wählst die jeweiligen Stoffbreiten so, dass du am Ende auf die gewünschte Rocklänge kommst. Denke dabei unbedingt an die Nahtzugabe, die du zusätzlich an Breite hinzugeben musst. Beim untersten Streifen musst du zusätzlich Saumzugabe hinzufügen.

Meine Streifen wähle ich so aus, dass das Muster von der Höhe jeweils hübsch hineinpasst.

TIPP: Eine ungerade Anzahl an Streifen wirkt meist netter, als eine gerade Anzahl.

Ich entscheide mich für 5 Streifen plus Wäscheborte.

Die Streifen sollen an diesem Kleid nachher folgende Längen haben:

7,5 cm
8,5 cm
9 cm
7 cm
8,5 cm
4,5 cm Spitzenborte

= 45 cm Gesamtlänge (übrigens kommt es bei diesem Kleid nicht auf 1 oder 2 cm mehr oder weniger an. Da muss man nicht übermäßig pingelig sein).

Nun gebe ich an jeder Seite noch 0,5 cm Nahtzugabe hinzu, also pro Streifen 1 cm und bei der Spitzenborte und bei der untersten Borte jeweils noch 2,5 cm Saumzugabe (da ich die Spitze nach dem Annähen einschlagen und umklappen will).

Nun hast du also die Höhe der Streifen berechnet, jetzt musst du noch die Länge berechnen. Auch hier hast du einen gewissen Spielraum. Ich habe die Streifen eher wenig gekräuselt, da ich unbedingt die Borte annähen wollte, daher durfte mein unterster Stoffstreifen nicht länger sein als die Wäscheborte. Bei einem nächsten Kleid würde ich die Streifen allerdings noch ein kleines wenig breiter werden lassen, dann ist das gleichmäßige Kräuseln noch etwas einfacher.

Gehe zur Berechnung der Breite folgendermaßen vor: Miss erstmal die Breite, bzw. den Umfang des schon genähten Oberteils aus: Das sind hier 29 cm Breite (also 58 cm Umfang).

Der oberste Streifen sollte nun ca. 1,25 bis 1,4 mal so lang sein, wie der Umfang. Ich habe hier den Faktor 1,4 genommen, das sind dann ca. 81 cm + Nahtzugabe.

Für die nächste Stoffbahn wählst du dann wieder die neue Länge (81 cm) und multiplizierst sie mit demselben oder einem etwas kleineren Faktor (z.B. 1,35). Ich habe hier den Faktor nach unten hin immer etwas kleiner werden lassen, so ist zwar jede nächst tiefere Bahn etwas weniger gekräuselt als die darüber, dafür komme ich aber insgesamt mit weniger Stoff und meiner vorrätigen Wäschespitze aus. Der Faktor sollte allerdings immer mindestens bei 1,2 liegen, sonst verschwindet die Kräuselung fast komplett ... größer als 1,4 sollte er aber auch auf keinen Fall sein, sonst wird das Kleid zu weit.


TIPP: Grundsätzlcih gilt auch, bei weniger Stoffbahnen kannst du den Faktor höher wählen, bei mehr Stoffbahnen etwas kleiner.

Nun kannst du die Streifen entsprechend zuschneiden, entweder im Bruch oder in doppelter Stofflage.



Schließe alle Streifen zum Ring (entweder mit einer Naht, wenn du den Streifen im bruch zugeschnitten hast, oder mit zwei Nähten, wenn du den Streifen in doppelter Stofflage zugeschnitten hast).


Ich beginne nun mit der untersten Stoffbahn, das finde ich am einfachsten (du kannst aber auch mit der obersten beginnen).

Säume zunächt die Unterkante des Streifens (ich habe vorher noch die Spitze angenäht).

Danach kräuselst du die Oberkante auf die Länge des nächsthöheren Streifens. Ich kräusele mit der Nähmaschine (große Stichlänge, niedrige Fadenspannung), du kannst aber z.B. auch mit Framilonband kräuseln (das sollte dann in der Länge der oberen Stoffbahn zugeschnitten werden und gedehnt angenäht werden).


Wenn du genug gekräuselt hast (ich ziehe dafür an den Unterfäden und verknote die Fadenenden, wenn die Länge übereinstimmt), verteilst du die Kräuselung gut, stülpst die benachbarten Stoffbahnan rechts auf rechts ineinander und nähst sie zusammen.


Danach geht's mit allen Bahnen so weiter. Du kräuselst immer wieder die Oberkante der Stoffbahn auf die Breite des nächst höheren Stoffstreifens und nähst die Streifen dann rechts auf rechts aneinander.



So wächst allmählich dein Rockteil.




ÜBRIGENS: Im Anfang denkt man oft, das Kleid würde vieeeeel zu weit werden, aber das gibt sich, wenn man erstmal oben angekommen ist ...

Am Ende kräuselst du dann noch die Oberkante der obersten Stoffbahn auf die Breite deines gekürzten Oberteils und nähst Kleidoberteil und Rockteil rechts auf rechts zusammen. Nun ist das schicke Sommermaxikleid fertig.


Toll, oder? Na gut, es ist schon viel Stoff zu kräuseln, aber ich finde der Aufwand lohnt sich. Ich habe jetzt glatt Lust, mir selber auch noch so ein Kleid zu nähen.

Aber nun erstmal noch zum Abschluss ein paar weitere Bilder vom getragenen Kleid.


Die Tochter hatte nämlich so einen Spaß, da sind einfach Unmengen von Fotos entstanden ...



Euch wünsche ich viel Spaß beim Nachnähen!

Eure
Kristina

Schnitt: Löwenzahn Trägerkleid mit Maxikleid-Tutorial abgewandelt
Stoff: Trekka Liebe, Hügelsonne und Krakelstreifen von By Graziela
Verlinkt bei: Kiddikram


Kommentare:

  1. Ein wunderschönes Kleid und toll dass du diese wunderschönen Stoffe vernähen durftest! LG INgrid

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    1. Lieben Dank! Ja, ich habe mich auch wirklich riesig gefreut. LG

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  2. Einfach schön! Ein Mädchentraum!
    Liebe Grüße Hanna

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  3. Wunderschön!!!! Danke dir für die tolle Anleitung!!!

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