Dienstag, 23. Februar 2016

Das Geschenke-Problem

Im November hat eine gute Freundin von mir ein Baby bekommen, einen kleinen Jungen. Vor ein paar Wochen habe ich sie besucht (sie wohnt etwas weiter weg) und den kleinen Jungen das erste Mal zu Gesicht bekommen.

Eigentlich wollte ich ihr bei dieser Gelegenheit ein genähtes Geschenk für den Kleinen mitbringen, doch ich konnte mich einfach nicht entscheiden, was ich nähen sollte. Ich finde das manchmal so schwer zu entscheiden. Lieber ein Strampler mit Füßchen, oder einer ohne? Oder doch lieber einfach eine Pumphose und ein Wickeljäckchen dazu? Ich finde, jede Mama hat so ihre eigenen Vorlieben ... Und dann die Größe: Näht man noch 56 oder doch schon 62? Oder lieber direkt was für den Sommer in Gr. 74 oder 80?

Puuuuh ... irgendwann hatte ich so lange überlegt, dass gar keine Zeit mehr zum Nähen blieb. Also habe ich umdisponiert und ihr einen Gutschein für ein genähtes Set nach ihren Wünschen geschenkt. Und sie hat sich dann auch etwas gewünscht, was ich ihr sonst sicher nicht genäht hätte, einen kuscheligen Overall für Draußen. Und so habe ich ihrem Sohn einen Tommi von Farbenmix genäht.


Genäht habe ich ihn in Gr. 62/68 (was mir irgendwie riesig erscheint, aber vielleicht täuscht das auch) aus kuscheligem Vintage-Strick von Staghorn. An dem find ich so toll, dass er zu 80 % aus Baumwolle, 17% aus Viskose und nur zu 3 % aus Polyester besteht. Für das Futter war schnell ein Stoff gefunden, denn die Freundin mag Pinguine so gerne.


Erst hatte ich überlegt, ob ich ihn überhaupt komplett fütter, da es ja jetzt doch in Richtung Frühling geht, aber so unheimlich dick ist der Strickstoff ja nun auch nicht und es sieht einfach so viel hübscher aus, wenn der Anzug komplett gefüttert ist (und man kann alles unordentliche so prima zwischen den Lagen verstecken).

Ich habe den Anzug dann nicht wie in der Anleitung beschrieben gefüttert, sondern wirklich als Wendeanzug genäht (auch wenn er wahrscheinlich eher nicht von der Pinguinseite getragen wird (dann kitzeln ja die Jersey-Nudeln von der Kapuze).


Damit auch die Füßchen schön warm bleiben, gab es noch Tippy Toes 2.0 dazu.

So ganz gleich werden da bei mir nie die beiden Schüchen ... irgendwie wird immer einer länger als der andere, ich arbeite einfach immer zu ungenau, aber es fällt nicht soo stark auf, finde ich. Den Jersey habe ich noch mit einer Lage Interlock verstärkt, damit die Schühchen auch wirklich warm halten. Für Wendepuschen war ich hier zu faul.


Und für die kleinen Babyhändchen habe ich an den Ärmeln Umschlagbündchen genäht nach dem Tutorial von Klimperklein. Ich dachte immer, das sei furchtbar kompliziert, ist es aber gar nicht.

Irgendwie wären ja auch echte Knöpfe statt Kam Snaps toll gewesen, aber dann hätte ich ihn erst noch einen Tag später zur Post bringen können und die Snaps passen farblich ja auch prima. Ich hoffe nur, sie halten!



Jetzt bin ich sehr gespannt, ob das Geschenk passt und ob es noch ordentlich zum Einsatz kommt bevor der Sommer hereinbricht. 

Eure
Kristina

Stoff: Vintage-Strick von Staghorn, Pinguin-Jersey über Dawanda

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schnittvariationen

In letzter Zeit habe ich zwar ziemlich viel nach Schnittmustern genäht,  aber so richtig eins zu eins halte ich mich dann doch nie an die Vorgaben. Irgendetwas muss ich immer anders machen, hier noch eine Knopfleiste einfügen, dort Bündchen statt Säumen, den Ausschnitt verändern oder die Taschenform leicht abwandeln ... geht euch das auch so? Oder näht ihr immer ganz genau nach Anleitung?

Auch bei meinem neuesten Shirt habe ich mal wieder ein wenig herumgebastelt. Genäht habe ich das Shirt nach dem Schnitt My Endless Summer von Schaumzucker.


Im letzten Jahr hatte ich mir schonmal ein Simply Summer Shirt nach dem Schnitt genäht, aber da fand ich im Nachhinein den Ausschnitt fast etwas klein. Ich mag es ganz gern, wenn der Ausschnitt etwas tiefer ist. Ich find immer, das steht mir besser und gerade jetzt zum Stillen ist es auch ganz praktisch ohne direkt nach Stillshirt auszusehen ...

Also habe ich bei diesem Shirt den Ausschnitt direkt einige Nummern größer gewählt, nur komischerweise sieht er gar nicht so viel größer aus als damals. Beim nächsten mal werde ich ihn vorne also zusätzlich noch tiefer machen.

Seitlich habe ich dann noch eine Tropfenöffnung hineingenäht – hauptsächlich fürs Stillen, aber ein wenig auch für die Optik ...


Zunächst habe ich dann die Tropfenöffnung eingefasst (und für diesen Zweck nach Ewigkeiten noch mal ausprobiert, ob meine Nähmaschine nicht doch mit Zwillingsnadel nähen kann, und ja, sie kann es! Diesmal gab es keinen Fadensalat auf der Rückseite).


Danach habe ich einen Bündchenstreifen an den Halsausschnitt angenäht. Den Bündchenstreifen habe ich an beiden Seiten über die Tropfenöffnung hinausstehen lassen und anschließend mit Rollsaum zusammengenäht und auf diese Weise gleichzeitig versäubert. So ähnlich hatte ich das mal bei einem gekauften Shirt und das fand ich ganz schick.

Eigentlich hätte ich den Bündchenstreifen ja gerne so lang gehabt, dass ich eine richtige Schleife hätte binden können, aber dafür war er dann doch ein bisschen zu kurz ... also gibt's nur eine einseitige Schleife.


Die Ärmel habe ich im Nachhinein auch noch etwas verschmälert, die waren mir ein wenig zu bollerig. Das hätte ich mir eigentlich auch vorher denken könne, aber was soll's.

Aber nun zum Stoff: Das Shirt habe ich aus dem wirklich sehr kuscheligen türkisen Blockstreifen-Sweat aus der Kuschelfreunde-Kollektion von Astrokatze genäht. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass ich diesen Stoff vernähen durfte, denn ich war von den Kuschelfreunde-Stoffen schon so begeistert, als ich sie (hier und hier und hier) für meine Tochter vernähen durfte.

Und: Getragen fühlt sich der Stoff noch kuscheliger an, als wenn man ihn nur anfasst. Wie das sein kann, verstehe ich auch nicht, aber es ist so ... Als ich die Fotos gemacht habe, wollte ich den Pulli am liebsten gar nicht mehr ausziehen ... So ganz echt kommen die Farben auf den Fotos leider nicht heraus (die Fotoeinstellungen stimmten an dem Tag einfach nicht ganz), das Türkis ist noch etwas grünlicher und der weiße Streifen eigentlich beige.


Erst hatte ich ein paar Fotos drinnen gemacht (da auch noch ohne Falten, denn Falten kommen eher schnell in den Stoff, stört mich persönlich jetzt aber nicht so), da kann man die Farben vielleicht noch etwas besser erkennen, aber dann wurde die Fotosession jäh unterbrochen, weil der Mittagsschlaf der Tochter vorbei war.  Und bis dahin war die Ausbeute nicht allzu groß ...


So kamen später noch ein paar Draußen-Fotos dazu ...

Als der Stoff letzte Woche ankam und ich ihn mir einfach mal vor dem Spiegel angehalten habe, kam mir direkt die Idee mit dem diagonalen Fadenlauf. Auch jetzt, wo das Shirt fertig ist, gefallen mir die diagonalen Streifen richtig gut. Da ich unbedingt wollte, dass sich an den Seitennähten die Streifen genau treffen, hatte ich allerdings einen enormen Stoffverbrauch.


Zum Glück hatte mir Natascha von Astrokatze den Stoff sehr großzügig zugeschnitten, sonst wäre ich wohl nicht ausgekommen. Ein paar Reststücke sind jetzt auch noch da, vielleicht kann ich daraus ja noch etwas für meine Tochter nähen.

Aber nun geht es erstmal zu RUMS! Und bei Ich näh Bio schau ich auch noch vorbei!

Eure
Kristina

Schnitt: My Endless Summer (mit leichten Abwandlungen)
Stoff: Bio-Sweat Kuschelfreunde-Blockstreifen in türkis-grau-beige von Astrokatze

Dienstag, 16. Februar 2016

Farbenfroh!

Heute wird das mal ein Beitrag ohne viel Text ... die letzten Tage war hier recht viel los und die Zeit für ausführliche Blogartikel ist gerade etwas knapp: Deshalb gibt's heute hauptsächlich Fotos – und zwar von meiner ersten Mini Chill@Home aus dem Probenähen für muckelie (die zweite Hose hatte ich ja schon hier gezeigt). Dazu habe ich eine Jacke nach selbstgebasteltem Schnitt genäht. Der selbstgebastelte Jackenschnitt ist definitv noch ausbaufähig, aber immerhin schon tragbar ...


So und nun gibt's jede Menge Bilder ...eins ist die Kombi auf alle Fälle: Farbenfroh! Mir war mal wieder nach kräftigen Farben zumute.



Da die Jacke erst nach dem Probenähen fertig wurde gibt's auch einige Fotos nur mit Body (außer dem Body ließ sich im Kleiderschrank nichts zur Hose Passendes auffinden, ich muss definitiv noch ein passendes Shirt nähen) ... zum Glück war es da draußen nicht ganz so kalt, wie jetzt gerade.







So, und nun muss ich ganz schnell zur Arbeit ... und kann leider erst heute Abend in Ruhe beim Creadienstag stöbern!

Eure
Kristina

Schnitt: Mini Chill@Home von muckelie, Jackenschnitt selbst gebastelt
Stoff: Sweat rauchblau von Lillestoff, Bio-Jersey-Streifen von Stoffonkel, Bündchen und gestreifter Sweat aus Stoffläden vor Ort
Verlinkt bei: Creadienstag, HOT, Kostenlose Schnittmuster, Ich näh Bio, Kiddikram, Meitlisache

Donnerstag, 11. Februar 2016

Miau!

Wenn man mit der Tochter zusammen im Stoffgeschäft ist und diese ganz laut "Miau, miau ..." macht beim Anblick eines zugegebenermaßen süßen Katzenstoffes – Kann man da widerstehen?

Also ich konnte es nicht und habe direkt mal einen halben Meter von den Katzen mitgenommen. Das war Ende letzten Jahres und seitdem lag der Stoff hier noch unangeschnitten im Regal, weil ich noch nicht so recht wusste, was daraus werden sollte (den Stoff gibt's übrigens auch hier, habe ich letztens entdeckt. Dort auch noch in Grün, das find ich auch sehr schick).

Als dann vor gut zwei Wochen das Probenähen für die Mini Chill@Home von muckelie begann (ich hatte mich riesig gefreut, dass ich mittesten durfte), kam mir direkt die Idee, aus dem Stoff eine Mini Chill zu nähen. Eigentlich mag ich es zwar, wenn Hosen schlicht sind und Oberteile bunt, aber hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht und es gefällt mir auch doch so herum richtig gut.


Dazu gab es dann noch ein Lotty Shirt nach dem Schnitt von Ki-ba-doo.

So schnell nach E-Book-Kauf habe ich noch nie ein Schnittmuster fertig genäht gehabt ... Sonntagsvormittags das E-Book gekauft und nachmittags hatte ich Shirt und Top schon fertig (das lag unter anderem allerdings auch daran, dass das Kind einen ungewöhnlich langen Mittagsschlaf gemacht hat). Und ausnahmsweise klappte mal alles wie am Schnürchen und ich habe nicht erst drei Stunden überlegt ob ich jetzt diesen oder jenen Stoff nehm (wie sonst immer). Die Kombi war einfach direkt klar.

Grauer Strickstoff von Staghorn und Kuller in Peach Rose vom Stoffonkel, dazu noch eine kleine Katzenapplikation mit ein wenig Genähmale ... fertig ... die Ärmel sind noch etwas lang, aber ich find es aufgekrempelt eigentlich ganz schick ... Den Halsausschnitt vom Top habe ich vorne etwas verkleinert, das finde ich für so Kleine netter.

Nebenbei habe ich dann auch endlich noch einen langärmeligen Regenbogenbody aus den Streifen in Peach Rose (ebenfalls vom Stoffonkel) fertig genäht, den ich schon im Herbst zugeschnitten hatte. Das wurde allmählich Zeit, sonst hätte er womöglich nicht mehr gepasst ... aber ich hatte noch Glück. Er ist noch groß (und vor allem lang) genug. Und UFOs fertigstellen tut irgendwie immer gut!

Der Halsausschnitt hätte allerdings auch gerne etwas weiter sein dürfen. Ich glaube beim nächsten Mal schneide ich auch bei der geknöpften Version (anders als empfohlen) den Halsausschnitt ohne Nahtzugabe zu.


Wenn es wämer wird, kann die Hose also auch prima nur zum Body (oder auch nur zum Top, wenn es ganz warm ist) getragen werden. Noch ist es dafür aber natürlich zu kalt und der kuschelige Strickpulli genau das Richtige ...

Die Hose habe ich auch mit den allerletzten Peach-Rose Streifen-Resten und den dazu passenden Bündchen kombiniert. Die grüne Jersey Fake-Paspel hab ich aus Upcycling-Stoffresten zugeschnitten. Irgendwie ist sie recht breit geworden, aber naja ...


Also ich find den Schnitt der Mini Chill@Home ja wirklich süß. Die Erwachsenen-Version ist für mich nicht so das Richtige auch wenn ich es an anderen total schick finde, aber mein Stil sind so Haremshosen mit viel Stoff zwischen den Beinen einfach nicht.

Bei der Kinderversion ist das aber echt anders. Die find ich total knuffig und wenn die Kombi nicht auch mal in die Wäsche müsste, würd ich sie meiner Tochter gerade am Liebsten jeden Tag anziehen – und dass obwohl es eher rosa und mädchenhaft ist ... aber auch die andere Mini Chill mag ich sehr gern. Die zeig ich euch dann auch ganz bald ...


Habt ihr auch solche Lieblingsteile? Beim Nähen ist mir das häufig noch nicht so klar, ob etwas ein besonderes Lieblingsteil wird. Das stellt sich dann doch immer erst im Nachhinein raus ...

Und nun habe ich ganz untypisch am Donnerstag einen Kinderkleidungs-Post geschrieben und kann leider nicht zu RUMS ... aber nächste Woche gibt's dann hoffentlich wieder etwas für mich genähtes ... da bin ich nämlich gerade dran ...

Eure
Kristina

Schnitt: Mini Chill@Home von muckelie, Lotty von Ki-ba-doo, Regenbogenbody von Schnabelina
Stoff: Vintage-Strick von Staghorn, Katzen von Little Darling (bei Alles für Selbermacher), Streifen, Kuller und Bündchen in Peach Rose in Bio-Qualität von Stoffonkel
Verlinkt bei: Kiddikram, Meitlisache, Schnabelina, Kostenlose Schnittmuster, Ich näh Bio

Dienstag, 9. Februar 2016

Weihnachtskleid oder Osterbluse?

Eine frühlingshafte Liz-Bluse habe ich euch ja schon letzte Woche gezeigt. Heute gibt's hier dann noch zwei ganz unterschiedliche ... eine davon war als Weihnachtskleid gedacht, aber vielleicht wird jetzt eher eine der Blusen das Osteroutfit?

Schon Anfang Dezember sollte eigentlich das Probenähen für die Bluse und Tunika Liz von Rosarosa starten. Das fand ich zu dem Zeitpunkt ganz praktisch, denn ich konnte mir Liz gut als Weihnachtskleidchen vorstellen und war somit hochmotiviert! Aber manchmal kommt es eben anders, und so startete das Probenähen dann doch erst im Januar (letztendlich war ich ganz froh, ich weiß nicht, wann ich das noch hätte nähen wollen und zu meinem großen Erstaunen passte meiner Tochter eh noch das Weihnachtskleid vom Jahr zuvor!).

Allerdings hatte ich schon im Dezember einen Stoff herausgesucht (ein größerer Stoffrest, den mir meine Mutter mal mitgebracht hatte), aus dem ich unbedingt die Weihnachts-Liz nähen wollte. Also habe ich damit dann auch im Januar losgelegt. Etwas vergessen hatte ich, dass jetzt bis Ostern eigentlich kaum noch großartig feierliche Angelegenheiten kommen und daher eine winterliche Variante nicht so richtig schlau ist. Denn ich finde, die Farben passen ja doch eher zum Winter, oder? Aber was soll's. Muss die Bluse halt alltags getragen werden!


Da ich die Bluse ganz am Anfang des Probenähens genäht habe, passten manche Dinge noch nicht so perfekt wie dann bei dieser Bluse. So waren z.B. die Ärmel noch um einiges zu kurz.

Nach einigem Hin- und Herüberlegen, ob ich nochmal komplett neue Ärmel annähe, habe ich dann aber doch nur den Ärmelsaum aufgetrennt und eine Art Bündchen angenäht. Ich finde, es fällt nicht allzusehr auf, oder? Selbst so könnten die Ärmel noch einen Ticken länger sein, aber es ist ganz ok.



Wie man sieht, habe ich in die Seitennähte kleine Gürtelschlaufen mit eingenäht. Ich hatte auch noch extra ein Gürtelband dazu genäht, aber dann fand ich es doch ohne Band besser. Der Stoff ist eher steif und mit Band zusammengerafft fällt er einfach nicht besonders schön.


Und bei so kleinen Kindern darfs ja auch gerne mal schön weit sein, oder? Ein paar kuschelige Stulpen hab ich noch aus einem alten Shirt von mir genäht. Eigentlich wollte ich aus dem Shirt auch noch einen Body für die Kleine nähen, aber das passte in Gr. 86 nicht mehr ... schade. Die Farbe wäre perfekt zum Unterziehen gewesen, vielleicht nähe ich jetzt wenigstens noch ein Hemdchen daraus.


Das hübsche Schaukelpferd ist übrigens ein Weihnachtsgeschenk von Oma und Opa. Toll, oder? Normalerweise sitzt sie da nicht alleine drauf, sondern zusammen mit all ihren Teddys und Puppen und normalerweise strahlt sie etwas mehr Begeisterung aus, wenn sie darauf schaukelt ...

Nun aber zur zweiten Liz: Kurz vorm Ende des Probenähens kam Christina von Rosarosa auf die Idee, dass die Bluse vielleicht auch doch aus Jersey genäht werden kann. Da musste ich dann natürlich auch in allerletzer Minute noch schnell eine aus Jersey nähen und die mag ich auch wirklich sehr. Und hierfür habe ich auch endlich den tollen Fantastico Flower von Stoffonkel (Design Stoffregen) angeschnitten.


Den Tropfenausschnitt hätte ich hier kleiner wählen können (wird in der Anleitung auch für Jersey empfohlen), denn so dehnbares Material geht dann doch um einiges leichter über den Kopf ...

Auf den Fotos ist der Ausschnitt auch noch nicht abgesteppt. Ich habe quasi direkt bei der ersten Anprobe schnell ein paar Fotos geschossen.


Die Ärmel sind hier hier in der geraden Form ohne Kräuselung. Das mag ich fast noch lieber als so "puffige" Ärmel. Den Gummizug am Ärmelsaum habe ich hier nicht ganz so stramm gemacht, dann rutschen die Ärmel auch nicht so schnell hoch, wie bei den anderen beiden Blusen ...


Zur Bluse trägt sie schon wieder die Upcycling-Frida. Hach, ich freu mich immer wieder, dass die Hose so prima zu allem passt!

Übrigens kann man Liz auch prima als Ballontunika nähen. Mein Fall ist das nicht so ganz, daher habe ich immer die A-Form gewählt, aber wer Ballonkleidchen mag, für den ist Liz auch ein toller Schnitt!


Und welche der Blusen gefällt euch besser? Ich kann mich da gar nicht entscheiden ...

Auf jeden Fall schicke ich jetzt beide schnell zum Creadienstag und schau mal, ob es dort ganz viele Karnevalskostüme zu bestaunen gibt ... von unserem gibt es bisher keine Fotos (es ist auch nur teils "neu"-genäht), mal sehen, ob ich das noch nachholen kann ...

Eure
Kristina

Schnitt: Liz von Rosarosa, Freebook Stulpenliebe von Rosarosa
Stoff: Bio-Jersey Fantastico Flower nachtblau von Stoffonkel, Webware aus dem Stoffregal meiner Mutter
Verlinkt bei: Creadienstag, HOT, Kostenlose Schnittmuster, Ich näh Bio, Kiddikram, Meitlisache

Freitag, 5. Februar 2016

Frühlingsvorfreude

Vor ein paar Tagen war das Wetter hier wirklich richtig wunderschön. Ganz blauer wolkenloser  Himmel und warmer Sonnenschein. Der Wind war zwar noch ganz schön kalt, aber im Windschatten fühlte es sich schon richtig frühlingshaft an. Die Vögel sahen das wohl genauso und zwitscherten munter drauf los.

Hach, da bekam ich so richtig Lust auf Frühling!

Perfektes Wetter also für einen ausgedehnten Spaziergang, bei dem man nebenbei ein paar Fotos von Tochters neuer Bluse Liz machen konnte (besser gesagt, einer der Liz-Blusen, ich habe nämlich im (Probe-)Nähfieber auch noch zwei weitere genäht, die zeige ich euch dann nächste Woche).


Und zum Glück lässt sich das neue Strick-Bolero-Jäckchen Cara, das ich schon Anfang Januar genäht hatte, auch ganz prima zu der Bluse kombinieren. Es war erst für eine andere Bluse gedacht, zu der passt es aber doch gar nicht so gut. Nun findet es in dieser Kombi Verwendung.


Denn zu dieser Blümchenbluse finde ich es richtig schön und so kann die Bluse auch bei den aktuell wieder etwas kälteren Temperaturen prima getragen werden!


Dazu trägt die Tochter die Upcycling-Frida. Die passt wirklich zu fast allen Oberteilen, auch das freut mich sehr! Mittlerweile finde ich sie auch nicht mehr zu weit. Ich habe also nichts mehr daran geändert.

Und weil ich die Bluse mit den raffinierten Falten vorne und dem süßen Tropfenverschluss hinten so gerne mag und bei dem heute wieder sehr tristen Regenwetter ein paar sonnige Fotos gebrauchen kann, um die Frühlingsvorfreude aufrecht zu erhalten, kommen jetzt noch ganz viele sonnige Fotos ...


Und damit auch ihr an meiner Frühlingsvorfreude teilhaben könnt, schicke ich den Post jetzt schnell noch zum Freutag!

Ich wünsche euch ein wunderschönes, hoffentlich sonniges (Karnevals-)Wochenende!

Eure
Kristina

Schnitt: Liz und Cara von Rosarosa, Frida 2.0 von Milchmonster
Stoff: Dunkelblauer Vintage-Strick von Staghorn,  Webware aus dem Stoffladen vor Ort, Jeans Upcycling
Verlinkt bei: Freutag, Kiddikram, Meitlisache, Meertje

Dienstag, 2. Februar 2016

Für den Mann

Über ein Jahr ist es nun schon her, dass ich diese Jacke für meinen Mann genäht habe. Es war das erste Teil, das ich für meinen Mann genäht habe und ich muss mit schlechtem Gewissen hinzufügen, dass es bis vergangenen Sonntag das einzige geblieben ist (auch wenn ich eine weitere Jacke schon im letzten Frühjahr zugeschnitten hatte).

Am Sonntag abend habe ich dann wenigstens noch ganz schnell eine neue Mütze für meinen Mann genäht, natürlich passend zur Jacke und schön kuschelig warm aus doppellagigem Fleece (dafür habe ich einen alten Fleece-Pulli meiner Mutter zerschnibbelt). Genäht habe ich sie nach dem kostenlosen Schnittmuster aus dem Adventskalender von Näähglück (Hier findet ihr den Schnitt unter der Nr. 1).


Nun aber zur Jacke (und ich sag es lieber gleich, das wird eine etwas längere Geschichte) ...

Zuerst einmal muss ich ja gestehen, dass ich nach wie vor ein wenig stolz auf diese Jacke bin, auch wenn nicht alles perfekt daran ist. Aber diesen Winter habe ich mich ehrlich schon gefragt, wie ich die vor einem Jahr als Nähanfänger überhaupt hinbekommen habe. Zu dem Zeitpunkt konnte ich gerade seit drei Monaten nähen und meine Erfahrung im Jacken-Nähen beschränkte sich auf ein JaWePu in Gr. 68 ...

Aber ich wusste eben auch noch nicht, welche Schwierigkeiten eventuell beim Nähen auf mich zukommen könnten, und so habe ich einfach furchtlos drauflosgenäht. Das furchtlose Drauflosnähen hat dann ungefähr zwei oder drei Wochen gedauert, das Näh- (eigentlich Gäste-)Zimmer war zu dieser Zeit nicht zu betreten, weil es bis in die hinterste Ecke mit irgendwelchen Schnitteilen ausgelegt war und ich habe das ein oder andere Mal ein wenig (oder etwas mehr) gezweifelt, ob das alles so eine grandiose Idee war und ob die Jacke nachher annähernd tragbar würde ...


Und so fing es an: Im Oktober 2014 stellte mein Mann fest, dass seine Winterjacke vom Jahr zuvor völlig hinüber war und er dringend eine neue bräuchte. Eine neue Jacke zu finden, ist aber bei meinem Mann gar nicht so einfach. Er ist eher schmal und es ist unglaublich schwierig, eine Jacke zu finden, die nicht furchtbar bollerig aussieht und bezahlbar ist. Eine Jacke für meinen Mann suchen ist also meist eine ziemlich frustrierende Angelegenheit.

So kam ich auf die Idee (erst ein wenig im Spaß) ihm einfach nach dem Schnitt einer seiner alten Jacken eine neue zu nähen. Aus dem Spaß wurde Ernst und bald war ich auf der Suche nach passendem Stoff. Zunächst wollte ich seinen Tweed-Mantel nachnähen und bestellte statt Tweed Walk, da mein Mann dunkelblau so gut findet und Tweed ja immer eher grau oder braun ist.

Beim Auftrennen des Mantels fand ich den Schnitt aber auf einmal furchtbar kompliziert und unlogisch und deshalb änderte ich noch mal meinen Plan und begann seine schon über fünf Jahre alte Winterjacke nachzunähen. Diese war ursprünglich aus Canvas, daher war ich etwas unsicher, ob sie aus dem dickeren und recht dehnbaren Walk gut aussehen würde, aber es ging dann doch und sie ist nun auch viel wärmer als die alte Jacke! Der Charakter ist jedoch komplett unterschiedlich und es ist geradezu schade, dass es kein Foto von der alten gekauften Jacke gibt.

So habe ich dann losgelegt: Erst einmal habe ich die Hälfte der Jacke aufgetrennt (das hat schon mal mindestens zwei Tage gedauert) um die genauen Schnittmusterteile zu haben und um zu sehen, wie alles genäht wurde (das Innenleben einer Kaufjacke ist wirklich enorm aufschlussreich, ein Blick ins Futter hinein lohnt sich!). Die andere Hälfte habe ich zusammen gelassen, um zu wissen, wie es am Ende aussehen muss ... glücklicherweise mag es mein Mann eher schlicht und ich durfte Extras wie Schulterlaschen und aufgesetzte Brusttaschen weglassen.

Als Futterstoff für die Innenseite habe ich (vielleicht etwas unkonventionell in der Kombination mit Walk) einen windundurchlässigen Stoff von Extremtextil verwendet und den mit Vlieseline gefüttert.


Ich hatte mal überlegt, ob ich den Mantel dazwischen gar nicht mehr zusätzlich fütter, aber da hatte ich dann doch Sorge, dass es nicht warm genug sei. Erst hatte ich dann auch das Futtermaterial für die Isolation von Extremtextil, aber das war viel zu dick. Ich hatte einen Ärmel probeweise damit gefüttert, aber damit sah mein Mann aus wie ein Michelin-Männchen. Dann wollte ich Futter von Warm & Natural bestellen, aber irgendwie war ich dann doch zu ungeduldig und bin einfach in den nächsten Stoffladen gelaufen und habe Vlieseline in zwei Stärken gekauft und letztendlich die dünnere davon gewählt. Mein Mann findet die Tragequalität auf jeden Fall prima und trägt die Jacke jetzt schon den zweiten Winter quasi täglich (Na gut, was soll er auch machen, es ist ja seine einzige Winterjacke ;-) ).

Die Taschen waren eine unglaubliche Fummelei, da ich überhaupt keine Ahnung hatte, dass das Paspeltaschen sind und daher auch nicht wusste, wie man die näht ...

Nun ja, irgendwie habe ich sie ja dann hingefummelt bekommen. Das Taschenfutter ist aus Flanell.

Der Kragen und die Bündchen sind wie im Original aus einem extrem groben Strickstoff. Ich war unglaublich froh, den bei dawanda gefunden zu haben und er hat auch bisher gut gehalten.

Im Nacken wollte ich auch unbedingt so einen hübschen Beleg machen wie im Original, auch wenn den eigentlich niemand sieht ...

Das Futter habe ich einfach nicht abgesteppt, dazu war ich zu faul, aber es hat bis jetzt alles gut gehalten. Wie im Original habe ich die Taschenbeutel von links mit kleinen Stoffstreifen an nahegelegenen Nähten fixiert, damit sie nicht verrutschen. Auch das Futter habe ich mit der Außenjacke an verschiedenen Stellen genau wie im Original auf diese Weise miteinander verbunden. Das find ich eigentlich sehr schlau, so bleibt alles immer gut am Platz. Vorne ist die Jacke ein klein wenig bollerig geworden, da war ich etwas ungenau mit der Nahtzugabe, aber meinen Mann stört es zum Glück nicht.

Die ganzen abgesteppten Nähte würde ich bei einer weiteren Jacke aus Walk vielleicht offenkantig machen, das geht bei Walk ja so gut, aber ich wollte mich damals möglichst genau ans Original halten, da eh schon alles kompliziert genug war. Die Knöpfe habe ich übrigens einfach von der Originaljacke übernommen.


So, das ist also die Walk-Jacke von meinem Mann. Ich glaube es ist jetzt an der Zeit, dass ich mal wieder etwas Neues für ihn nähe. Pläne gibt es auf jeden Fall schon genug. Ich hoffe, ich finde in den nächsten Wochen endlich Zeit für die Umsetzung.

Und für die gute Laune habe ich zum Schluss noch ein etwas sonnigeres Bild, das schon mal bei etwas besserem Wetter entstanden war (irgendwie sieht der dunkelblaue Walk auf jedem Foto anders aus, aber ich hoffe, ihr könnt euch vorstellen, wie er im Original wirkt ... also wirklich dunkel und eher so wie hier)!


Eure
Kristina

Schnitt: Jacke nach Kaufschnitt, Freebook Wendemütze aus dem Näähglück-Adventskalender
Stoff: Walk Nachtblau von Stoffkontor, Futterstoff von Extremtextil, Strickstoff von Dawanda, Fleece von altem Pulli
Verlinkt bei: Creadienstag, HOT, Kostenlose Schnittmuster, Meertje